Zebramuster Africa Motiv

Petras Geschichten

 

Inangas Erziehung

Das erste Agilityturnier

Bakano


Gizmo

Gizmo ist nun schon 4,5 Jahre alt. 3-jährig habe ich ihn legen lassen - es ist mir nicht ganz leicht gefallen, aber der Duft der Frauen hat bei ihm ein Verhalten ausgelöst, mit dem ich mit Sicherheit komplett überfordert gewesen wäre. Sogar mit Hengsten erfahrene Leute haben mir dringend zur Kastration geraten. Ich persönlich finde nicht, dass er viel von seiner Ausstrahlung eingebüßt hat, sein keckes Wesen hat er behalten und er ist immer zu Streichen aufgelegt. Man merkt auch, dass er eine schöne artgerechte Aufzucht hatte. Sein Sozialverhalten ist supertoll, er ist mit allen Pferden verträglich und lässt sich auch vom Herdenboss nicht ins Bockshorn jagen. Ist ihm etwas wichtig (Futter, Futter und nochmals Futter) setzt er es mit seiner ruhigen, etwas starrköpfigen, Art auch durch. Irgendwann hat dann auch der strengste Boss keine Lust mehr ihn zurechtzuweisen.

Im Februar 2003 habe ich ihn nach 3-monatigem Beritt endlich und endgültig ganz zu mir geholt. Nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten, die wir zum Glück mit kompetenter Hilfe schnell bewältigten, machen wir jetzt langsam aber sicher gute Fortschritte. Er bereitet mir sehr viel Freude, auch wenn die Arbeit mit ihm nicht immer einfach ist. Man muss ihm schon viel Abwechslung bieten, damit er auch freudig an den Dressurgrundlagen mitarbeitet. Recht schnell bin ich daher mit ihm auch alleine ins Gelände gegangen und bin immer wieder begeistert, mit welcher Ruhe und Gelassenheit er sämtliche Herausforderungen annimmt.
Nachdem ich mit dem Clickertraining bei meinen Hunden so gute Erfolge habe, setze ich dieses auch bei Gizmo ein. Mit durchschlagendem Erfolg...
Um ihm z.B. beizubringen, dass Scharren auf der Stallgasse nicht wirklich erwünscht ist, habe ich dank etwas Geduld und den Grundlagen der positiven Bestärkung nur einige Tage gebraucht, bis er dieses Verhalten so gut wie nicht mehr zeigt hat. Von dem Erlernen von kleinen Kunststücken ganz zu schweigen;-) Es macht einfach Spaß auf dieser Basis mit den Tieren zu arbeiten!

Gedanken zur Ausbildung:

Ich weiss .... Hunde und Pferde sind völlig unterschiedlich - aber eine Grundlage geben fast alle Bücher wieder. Beide sollen ihren Rang zugewiesen bekommen, damit sie sich sicher fühlen, aus dieser Sicherheit dem Menschen vertrauen und "gehorchen". Der Weg dahin wird oft sanft geschildert, die Praxis sieht aber meist anders aus. Vor allem bei Problemverhalten, hier in erster Linie das Zeigen von Aggressionen, reagieren sehr viele Menschen immer noch mit Gegenaggressionen.

Bei meinen Hunden bin ich nach vielen Seminaren und wirklich guten Trainern absolut überzeugt von der VÖLLIG gewalt- und schreilosen Erziehung. Meine Hundis brauchen keinen Druck und keine Rangeinweisung, obwohl sie sicherlich nicht zu den einfachsten ihrer Art gehören. Mittels Clickertraining und Ressourcenkontrolle kann ich alle auftretenden Probleme auch ohne Schnauzengriffe, Leinenruck, Wurfkette und Schreierei managen. Zeigen meine Hunde dann doch mal ein für uns problematisches Verhalten, ist eins sicher: ich habe zuwenig trainiert!!!
Bei meiner Hündin Inanga, die wir als Welpe bekommen haben, habe ich zumindest den Schnauzengriff häufiger eingesetzt, auch die Wurfkette ist mal geflogen (nicht das ich sie getroffen hätte), und unerwünschtes Verhalten mit einem lautstarken NEIN zu quittieren, war an der Tagesordnung.
Diese noch recht sanften Strafen mögen bei vielen Hunden dazu führen, dass sie gestraftes Verhalten unterlassen und trotzdem ihre Arbeitsfreude behalten; bei Inanga war der einzige Erfolg, dass sie sich immer mehr zurückzog und überhaupt gar keine Lust mehr hatte mit mir zu trainieren. Sie machte einfach dicht :-(((

Nun gut - wir haben dazugelernt, lernen immer noch und machen diese Fehler bestimmt nicht wieder. Aber um auf die Pferde zurückzukommen: als Fluchttiere noch mehr darauf angewiesen, dass wir eine vertrauensvolle und Sicherheit gebende Bindung aufbauen, ist es hier noch üblicher nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche zu erziehen.
Ich nehme mich da nicht aus, hin und hergerissen zwischen der traditionellen Ausbildung und dem Clickertraining, zwischen Ausbildermeinungen und eigener Ansichten, fällt es auch mir schwer konsequent Clickertraining anzuwenden.
Zum Glück habe ich einen Ausbilder gefunden, der mit viel Ruhe auf die Pferde eingeht, auch evtl. körperliche Beschwerden berücksichtigt und nach den klassischen Grundsätzen ausbildet. Keine Frage wir machen deutliche Fortschritte. Aber immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich versuche mangelnde Motivation bei Gizmo mit touchierender Gerte auszugleichen. Und oft genug reagiere ich doch mit lauter Stimme oder gar einem Schlag vor die Brust wenn er mir zu nah kommt. Anstatt ihm alles auf freundliche Art beizubringen was er im täglichen Umgang mit uns Menschen wissen muss, neige ich immer noch dazu falsches Verhalten zu bestrafen.

Gizmo ist ein ausgesprochen freundliches, dem Menschen gegenüber sehr offenes Pferd. Man sieht ihm sofort an, wenn ihm etwas nicht passt, er keine Lust hat oder einfach nicht gut drauf ist. Er mag es z.B. nicht besonders gern longiert zu werden - er macht dabei einen gelangweilten Eindruck und man muss ihn schon sehr konsequent treiben, damit er mit Schwung vorwärts geht. Eigentlich kein Wunder, wenn wir joggen gehen, laufen wir auch lieber durch Feld und Wald anstatt in einer Sporthalle unsere Runden zu drehen.

Dagegen liebt er es wenn man ihm etwas Neues mittels Clickertraining beibringt. Ob Übungen beim Trail oder kleine zirzensische Übungen - man sieht ihm den Spass an der Sache einfach an. Und letzten Endes geht es mir persönlich um nichts anderes. Hat er Spass geht es mir auch gut, ist er frustriert und macht nur mit, weil ich es will, steig ich eigentlich immer ziemlich unzufrieden vom Pferd.

Insgesamt gesehen denke ich, dass wir uns keinen Zacken aus der Krone brechen wenn wir auch die Wünsche der Pferde beachten. Es ist wichtig das wir unseren Pferden Sicherheit geben, indem wir in unserem Handeln konsequent sind. Um in unserer Gesellschaft gut leben zu können, müssen sie gewisse Regeln kennen. Aber Erziehung bedeutet nichts anderes als Lernen und gut lernen kann man nur in einer streßarmen und freundlichen Atmosphäre. Ich bezweifel stark, dass wir hierfür immer die Grundlage schaffen.

 

 

schnelle faehrte
.